Nachdenkliche Gedichte
Nachdenklich Gedichte... Gedichte und Lyrik die zum lesen einläd... Finde...Verweile...
Nähe des Geliebten
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh' ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O, wärst du da!
Ein Gleiches
Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
Gefunden
Ich ging im Walde
So vor mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümlein stehn,
Wie Sterne blinkend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Mit allen Wurzeln
Hob ich es aus,
Und trugs zum Garten
Am hübschen Haus.
Ich pflanzt es wieder
Am kühlen Ort;
Nun zweigt und blüht es
Mir immer fort.
Heinrich Heine
Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;
Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren; -
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.
Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab der Baum dich übergossen.
Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freudgem Schrecken;
Duftge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.
Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich in Blüten,
Und dein Herz es liebt aufs neue.
Was treibt dich umher, in der Frühlingsnacht?
Du hast die Blumen toll gemacht,
Die Veilchen, sie sind erschrocken!
Die Rosen, sie sind vor Scham so rot,
Die Liljen, sie sind so blaß wie der Tod,
Sie klagen und zagen und stocken!
O, lieber Mond, welch frommes Geschlecht
Sind doch die Blumen! Sie haben Recht,
Ich habe Schlimmes verbrochen!
Doch konnt ich wissen, daß sie gelauscht,
Als ich, von glühender Liebe berauscht,
Mit den Sternen droben gesprochen?
Sorge nie, daß ich verrate
Meine Liebe vor der Welt,
Wenn mein Mund ob deiner Schönheit
Von Metaphern überquellt.
Unter einem Wald von Blumen
Liegt, in still verborgner Hut,
Jenes glühende Geheimnis,
Jene tief geheime Glut.
Sprühn einmal verdächtge Funken
Aus den Rosen - sorge nie!
Diese Welt glaubt nicht an Flammen,
Und sie nimmts für Poesie
Ernst ist der Frühling, seine Träume
Sind traurig, jede Blume schaut
Von Schmerz bewegt, es bebt geheime
Wehmut im Nachtigallenlaut.
O lächle nicht, geliebte Schöne,
So freundlich heiter, lächle nicht!
O, weine lieber, eine Träne
Küß ich so gern dir vom Gesicht.
Hab ich nicht dieselben Träume
Schon geträumt von diesem Glücke?
Warens nicht dieselben Bäume,
Blumen, Küsse, Liebesblicke?
Schien der Mond nicht durch die Blätter
Unsrer Laube hier am Bache?
Hielten nicht die Marmorgatter
Vor dem Eingang stille Wache?
Ach! ich weiß, wie sich verändern
Diese allzuholden Träume,
Wie mit kalten Schneegewändern
Sich umhüllen Herz und Bäume;
Wie wir selber dann erkühlen
Und uns fliehen und vergessen,
Wir, die jetzt so zärtlich fühlen,
Herz an Herz so zärtlich pressen.
Mondscheintrunkne Lindenblüten,
Sie ergießen ihre Düfte,
Und von Nachtigallenliedern
Sind erfüllet Laub und Lüfte.
Lieblich läßt es sich, Geliebter,
Unter dieser Linde sitzen,
Wenn die goldnen Mondeslichter
Durch des Baumes Blätter blitzen.
Sieh dies Lindenblatt! du wirst es
Wie ein Herz gestaltet finden;
Darum sitzen die Verliebten
Auch am liebsten unter Linden.
Doch du lächelst; wie verloren
In entfernten Sehnsuchtträumen -
Sprich, Geliebter, welche Wünsche
Dir im lieben Herzen keimen?«
Ach, ich will es dir, Geliebte,
Gern bekennen, ach, ich möchte,
Daß ein kalter Nordwind plötzlich
Weißes Schneegestöber brächte;
Und daß wir, mit Pelz bedecket
Und im buntgeschmückten Schlitten,
Schellenklingelnd, peitschenknallend,
Über Fluß und Fluren glitten.
von privat
Ich gehe eine Straße entlang
Da ist ein tiefes Loch in Gehsteig.
Ich falle hinein. Ich bin verloren....
Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann es nicht glauben,
schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert sehr lange, herauszukommen.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein... aus Gewohnheit.
Ich weiß wo ich bin. Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort wieder heraus.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.
Ich gehe eine andere Straße
Ich lebe und ich sterbe
Ich lebe und ich sterbe, ich verbrenne und ertrinke.
Ganz maßlos heiß ist mir, obwohl ich Kälte leide;
zu weich und doch zu hart ist mir das Leben.
Ich trage großes Leid und fühle Freude mittendrin:
im gleichen Atem lache ich und weine,
und im Vergnügen dulde ich manch schwere Qual.
Mein Glück ist hin und dauert ewig:
zur gleichen Stunde grüne ich und welke.
So führt mich Amor ganz nach seiner Laune,
und wenn ich eben ärgsten Schmerz zu haben meine,
schon bin ich ohne Zutun frei von aller Pein.
Und glaub ich dann, mein Glück sei ganz gewiß,
ich sei nun auf dem Gipfel meiner Seligkeit –
stürzt er mich wieder in die alte Not.
Louise Labe
(1526 - 1566)
Manchmal wünsche ich mir ....
Manchmal wünsche ich mir ....
durch Felder und Wiesen zu laufen
stundenlang
ohne Uhr ohne Ziel
nur mit mir
mit meinen Gedanken
Manchmal wünsche ich mir
auszubrechen
aus der Enge
aus der Vielzahl der Pflichten
für ein paar Stunden.
Manchmal wünsche ich mir
gegen den Wind zu laufen
seine Frische und Freiheit
zu spüren
und in der Sonne auszuruhen
ihre Kraft und Wärme
aufzunehmen
Manchmal wünsche ich mir
ein Stückchen Freiheit
für wenige Stunden.
ich käme zurück
mit vollen Händen
mit Sonne und Wind
den Arm voller Blumen....
Leise, ganz leise
Leise, ganz leise zieht der Vorhang sich zu.
Das zitternde Licht der Kerze scheint,
als würde das Dunkel versuchen es aufzufressen.
Dunkelheit macht sich breit-aber nicht nur in dem kleinen Zimmer.
Sondern auch in dir selbst.
Schwarz wird alles um dich herum.
Leise,ganz leise spürst du,
dass das Dunkel jedes Lichtchen Hoffnung in deiner Seele
versucht auszulöschen.
Du versuchst dagegen anzukommen...
Leise,ganz leise merkst du,
dass du keine Chance hast!
Ich bin ich
Auf der ganzen Welt gibt es niemanden wie mich.
Es gibt Menschen, die mir in vielem gleichen,
aber niemand gleicht mir aufs Haar.
Deshalb ist alles was von mir kommt,
mein Eigenes,
und weil ich mich dazu entschlossen habe.
Alles, was mit mir zu tun hat, gehört zu mir.
Mein Körper, mit allem was er tut,
mein Kopf, mit allen Gedanken und Ideen,
meine Augen, mit allen Bildern, die sie erblicken,
meine Gefühle, gleich welcher Art -
Ärger, Freude, Frustration, Liebe, Enttäuschung, Begeisterung.
Mein Mund und alle Worte, die aus ihm kommen,
höflich, lieb und schroff, richtig oder falsch.
Meine Stimme, laut oder leise,
und alles, was ich mir selbst oder anderen tue.
Mir gehören meine Phantasien,
meine Träume, meine Hoffnungen, meine Befürchtungen,
mir gehören all meine Siege und Erfolge
und all meine Niederlagen und Fehler.
Weil ich mir ganz gehöre,
kann ich mich näher mit mir vertraut machen
Dadurch kann ich mich lieben
und alles, was zu mir gehört, freundlich betrachten.
Damit ist es mir möglich, mich voll zu entfalten.
Ich weiß dass es einiges an mir gibt, das mich verwirrt und manches,
das ich noch gar nicht kenne.
Aber solange ich freundlich und liebevoll mit mir umgehe,
kann ich mutig und hoffnungsvoll
nach Lösungen für Unklarheiten schauen
und Wege suchen,
mehr über mich selbst zu erfahren.
Wie auch immer ich aussehe und mich anhöre,
was ich sage und tue, was ich denke und fühle,
immer bin ich es.
Es hat seine Berechtigung,
weil es ein Ausdruck dessen ist,
wie es mir im Moment gerade geht
Wenn ich später zurückschaue,
wie ich ausgesehen und mich angehört habe,
was ich gesagt und getan habe,
wie ich gedacht und gefühlt habe,
kann es sein,
daß sich einiges davon als unpassend herausstellt.
Ich kann das, was unpassend ist, ablegen
und das, was sich als passend erwiesen hat, beibehalten
und etwas neues erfinden für das, was ich abgelegt habe.
Ich kann sehen, hören, fühlen, denken, sprechen und handeln.
Ich besitze die Werkzeuge, die ich zum Überleben brauche,
mit denen ich Nähe zu anderen herstellen
und mich schöpferich ausdrücken kann, und die mir helfen,
einen Sinn und eine Ordnung
in der Welt der Menschen und der Dinge
um mich herum zu finden.
Ich gehöre mir
und deshalb kann ich aus mir etwas machen.
Ich bin ich
und so wie ich bin bin ich ganz in Ordnung.
Die Wahl habe ich
1. Nur für heute will ich versuchen, diesen einen Tag zu leben
- nicht mein ganzes Lebensproblem auf einmal anzupacken.
Ich kann jetzt etwas tun, vor dem ich zurückschrecken würde,
wenn ich das Gefühl hätte, ich müßte es mein ganzes Leben lang durchhalten.
2. Nur für heute will ich versuchen, glücklich zu sein,
indem ich mir klarmache, dass mein Glück nicht davon abhängt,
was andere tun oder sagen oder was um mich herum geschieht.
Glück stellt sich ein, wenn ich mit mir in Frieden lebe.
3. Nur für heute will ich versuchen, mich auf das auszurichten, was ist -
nicht erzwingen, dass sich alles nach meinen Wünschen richtet.
Ich will meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit und meine Lebensumstände
so annehmen wie sie kommen.
4. Nur für heute will ich auf meine körperliche Gesundheit achten,
ich will meine Verstandeskräfte üben, ich will etwas Spirituelles lesen.
5. Nur für heute will ich jemandem etwas Gutes tun, ohne dabei
entdeckt zu werden - wenn jemand davon erfährt, zählt es nicht.
Ich werde mindestens eine Sache tun, die ich nicht gern tue, und ich will
meinem Nächsten einen kleinen Liebesdienst erweisen.
6. Nur für heute will ich mich bemühen, zu jemandem, den ich treffe,
freundlich zu sein. Ich will liebenswürdig sein, ich will so gut aussehen
wie ich kann, mich kleidsam anziehen, leise sprechen und mich höflich
benehmen.
Ich will kein bißchen kritisieren, an keiner Sache etwas aussetzen und nicht
versuchen, jemanden außer mich selbst zu verändern und niemandem
Vorschriften machen.
7. Nur für heute will ich mir ein Programm machen.
Ich will es machen, auch wenn ich es vielleicht nicht ganz genau befolge.
Vor zwei Plagen will ich mich retten: Hast und Unentschlossenheit.
8. Nur für heute will ich aufhören zu sagen: "Wenn ich Zeit hätte".
Ich werde nie für etwas "Zeit finden"; wenn ich Zeit haben will,
muß ich sie mir nehmen.
9. Nur für heute will ich in Stille meditieren - mich dabei auf Gott,
wie ich ihn verstehe, auf mich selbst und auf meinen Nächsten besinnen.
Ich will mich entspannen und nach Wahrheit suchen.
10. Nur für heute will ich keine Angst haben.
Insbesondere werde ich mich nicht davor fürchten, glücklich zu sein
- und mich an den guten, schönen und liebenswerten Dingen im Leben erfreuen.
11. Nur für heute will ich mich annehmen und nach meinen besten Kräften
leben.
12. Nur für heute entschließe ich mich, zu glauben,
daß ich hiernach einen Tag leben kann.
Die Wahl habe ich!
vor langer Zeit
vor langer Zeit hab ich geglaubt, da kommt nichts mehr.
und jeder Schritt so unsagbar schwer
..
Vor langer Zeit da war mein Lachen nicht mehr da
und alles Schöne für immer vergessen war
Vor langer Zeit ein schwarzes Loch mich verschlingen wollte
und kein Gedanke, warum dagegen kämpfen ich sollte
Vor langer Zeit beherrschte die Angst mein Leben
und keiner konnte mir Hoffnung geben
Doch dann auf einmal ist etwas geschehen,
was alles aufs neue ließ entstehen
Mein Lachen - zurück wie ein alter Freund
und ich habe nicht mehr so viel geweint
Ich konnt all das Schöne wieder erkennen
wunderschöne Dinge beim Namen benennen
Das schwarze Loch - es löste sich auf
Das Leben nahm wieder seinen Lauf
Die Zukunft - sie erscheint wieder offen und klar,
als wenn nie was andres gewesen war
Erkenntnis für mich, denn die dunkle Zeit,
das schwarze Loch, meine Einsamkeit,
war wichtig für mich, für mein weiteres Leben
sie sollte mir "mich selbst" zurückgeben
Heute
Heute haben wir höhere Gebäuden und breitere Strassen,
aber kürzere Launen und engere Standpunkte.
Wir geben mehr aus,
aber geniessen weniger.
Wir haben grössere Häuser,
aber kleinere Familien.
Wir haben mehr Kompromisse,
aber weniger Zeit.
Wir haben mehr Wissen,
aber weniger Urteilungsvermögen.
Wir haben mehr Medizin,
aber weniger Gesundheit.
Wir haben unseren Besitz vervielfacht,
aber den Wert reduziert.
Wir reden viel, lieben nur ein wenig, und hassen zu sehr.
Wir haben den Mond erreicht und doch wir tun uns
schwer die Strasse zu überqueren, um unseren
Nachbarn zu besuchen.
Wir haben das äussere Universum erobert,
aber nicht unser Inneres.
Wir haben höhere Einkommen,
aber weniger Moral.
Wir haben mehr Freiheiten,
aber weniger Freude.
Wir haben viel mehr zu essen,
aber zuwenig Ernährung.
Wir brauchen zwei Einkommen für ein Heim,
aber die Zahl der Scheidungen steigt.
Wir haben schönere Häuser,
aber mehr zerrüttete Heime.
Desshalb schlage ich vor:
Bewahre nichts für einen speziellen Anlass,
denn jeder Tag, den Du lebst ist ein spezieller Anlass.
Suche nach Wissen, lies mehr, sitze auf Deiner Veranda und bewundere was
Du siehst, ohne Deinen Bedürfnissen Aufmerksamkeit zu schenken.
Verbringe mehr Freizeit mit Deiner Familie und Deinen Freunden, iss Deine Lieblingsspeisen, besuche die Orte die Dir gefallen und wo es Dir wohl ist.
Das Leben ist eine Kette von Momenten der Genüsse;
nicht nur des Überlebens.
Brauche Deine kristallenen Gläser.
Spare Dein bestes Parfüm nicht auf.
Brauche es täglich, wenn Du Dich danach fühlst.
Streiche aus Deinem Wortschatz Worte wie "eines Tages" und "irgendwann".
Lass uns den Brief schreiben, den wir schon längst schreiben wollten
"eines Tages".
Lass uns der Familie und den Freunden sagen,
wie sehr wir sie lieben.
Verschiebe nichts, was Deinem Leben Gelächter
und Freude bringt.
Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute ist speziell.
Und Du weißt nicht, ob es Deine letzte gewesen ist...
Allein
Allein - mit der Trauer und den Tränen, die nie zu versiegen scheinen.
Allein - mit der Liebe zu dem Kind, das nie Leben durfte.
Allein - mit der Angst verlassen zu werden, von den Menschen die ich Liebe.
Allein - kämpfend um die Erinnerung wach zu halten.
Allein - hoffend auf Verständnis der Menschen die mit mir Leben.
Allein - mit der ohnmächtigen Wut auf das Schicksal.
Allein - betend, das sich das Blatt noch einmal wendet.
Allein - mit den Vorwürfen und den Zweifeln am Selbst.
Allein - umgeben von Menschen und doch allein.
Allein - mit der endlosen Leere in mir.
Allein - wartend auf eine Aufgabe, eine neue Herausforderung, die das Leben lebenswert macht.
Allein - trotz der Liebe und angebotenen Hilfe der Menschen, die mich lieben.
Allein - in dem tiefen, schwarzen Nichts, dass mich umgibt.
Allein - abwartend, das der unsägliche Schmerz nachlässt
und den schönen Erinnerungen Platz macht.
Allein - begleitet von liebenden Menschen, trotzdem allein im Leid.
Niemand kann helfen, nur lindern und versuchen zu verstehen, aber unser
Schicksal und Leben müssen wir selber meistern - und zwar Allein.
graue Wolken
... der Tag hat einmal so schön begonnen,
klarer Himmel, Sonnenschein
was ist los mit der Zeit?
Überall Streit, ohne Hoffnung auf Besserung
wo sind all die schönen Träume...
wo ist mein Leben?
Worin besteht der Sinn meines Daseins?
Wie ein dunkler Raum ,ganz ohne Licht,
ganz ohne Leben...
Ich möchte schreien... alles rauslassen
möchte wissen wer ich wirklich bin,
nachdenken und in der Vergangenheit wühlen
kann ich nicht mehr,es tut so weh.
Schon soviel ist passiert
und man stumpft nach aussen selber ab
mit der zeit,
dann wird der Tag nie mehr mit
Sonnenschein beginnen,
nie wieder werden Vögel für mich singen
kein blauer, klarer Himmel,
nur schwarze Wolken und Regen ...
wie ein Blitz, sticht der Schmerz
in meinem Herz an den Gedanken,
für immer mein lächeln zu verlieren...
Narben der Zeit
... viele Erinnerungen die mich quälen,mich nicht zur Ruhe kommen lassen.
Oft war es unerträglich, all die Narben der Zeit...
Es hat sich geprägt in meinem Herzen, meiner Seele.
Und ich frage mich, welchen Weg ich wohl diesmal wähle.
Werd ich feige sein und wieder ganz allein...
oder werd ich stark sein und trotzdem allein?
Die Narben der Zeit wollen nicht heilen...
ich habe Angst vor der Zukunft,
was wird sie wohl bringen?
Neue Narben?
Neue Schmerzen und Tränen?
Vielleicht Glück?
Oder... ich komme nie mehr zurück...
Ich habe Angst...
nicht nur vor der Zukunft,
nein mehr noch vor der Erinnerung
die nicht ruhen will und meine Narben,
die so sehr schmerzen...
all die Narben der Zeit !
Gefühle
Wie gern würd ich schreien,
ganz lange und schrill,
doch ich sag nicht ein Wort,
bin wieder nur still.
Wie gern würd ich lachen,
ganz ohne Bedenken,
doch es fällt mir schon schwer,
Dir ein Lächeln zu schenken.
Wie gern würd ich lieben,
ohne das Denken an morgen,
doch ich kann nicht vergessen,
werd beherrscht von den Sorgen.
Ich würd Dir gern sagen,
wie sehr ich Dich mag,
daß Dein Lächeln mir Kraft gibt,
auch am dunkelsten Tag.
Doch ich werde nichts tun,
werde wieder nur schweigen,
denn ich hab nie gelernt,
meine Gefühle zu zeigen.
Mensch ohne Gefühle
Welch grausam´ Mensch bin ich geworden,
war einst ein Mensch voll Fröhlichkeit.
Doch scheint´s, ich sei bereits gestorben,
in mir herrscht nur noch Einsamkeit.
Einst war ich glücklich, lustig, froh,
doch nun, ich weiß noch nicht wieso,
bin ich nur eine leere Hülle,
ein Roboter, ohne Gefühle.
In meinen Augen steht ein Hilfeschrei,
doch vielen ist dies einerlei.
Denn selbst die Menschen, die mich lieben,
sind zu helfen nicht imstande.
Allein mein Gott könnte besiegen,
was mich bekriegt, in meinem Seelenlande.
Mein Glückswald der Gefühle wurde überschwemmt,
vom Tränenfluß, der ungehemmt
die heile Welt in mir durchschneidet,
und trotzdem werde ich beneidet.
Kein Mensch sieht je den Schmerz in mir,
wie meine Seele leidet.
So setze ich, wie man´s gewohnt,
ein Lächeln dann in mein Gesicht
und hoffe nur, daß es sich lohnt,
die Traurigkeit in mir verfliegt.
Manchmal
Wenn Blumen dir am Wege steh'n,
gönn' dir Ruhe und verweile.
Nimm dir Zeit, sie anzuseh'n,
vermeide Hast und Eile.
Eine Rose riecht nur dann so lang,
solange du sie siehst,
denn ohne einen Blick von dir,
sie keinen Duft versprüht.
Genieß die Sonne wenn sie scheint,
nicht wenn sie untergeht.
Denn Wärme dringt nur in dein Herz,
wenn sie am Himmel steht.
Sei jeden Tag recht froh gestimmt,
verliere nie den Mut,
mit einem Lächeln, das die Sorgen nimmt,
wird jeder Tag dann gut.
Finde dein Ziel
Finde Dein Ziel, genieße die guten Zeiten
und lerne aus der schlechten Zeit;
es gibt keinen bestimmten Weg,
jeder muss seinen eigenen finden,
denn einen Weg, den es nicht gibt,
kann man nicht gehen.
Verlierst Du Dein Ziel, so endest Du in
einer Orientierungslosigkeit,
gefangen in den Wogen eines sinnlosen Strudel;
suche einen neuen Sinn
und erinnere Dich an die vergangenen, schönen
Elemente des Lebens,
halte Dich daran fest
und finde einen neuen Weg.
Wenn Du Deine Mitte findest,
wirst Du stark wie ein Berg;
Dein Inneres birgt
wieder neue Energie,
mit der Du bestehen kannst;
teile sie mit anderen und
Du erfährst Geborgenheit,
doch verteile nie zuviel,
sonst fängt der Berg an
zu bröckeln.
Wie viel Kinder
Wie viel Kinder malen
statt Vögel,
Flugzeuge und fallende Bomben?
Wie viel Kinder malen
statt Blumen,
die grauen ausgemergelten Gesichter Verhungernder?
Wie viel Kinder malen
statt der Sonne,
den Rauch brennender Häuser?
Wie viel Kinder malen
statt Puppen und Teddys,
am Boden liegende Tote,
verstümmelt, gefoltert, erschossen?
Wie viel Kinder malen
ihre schwarzen Träume
mit den Tränen ihrer kranken Seelen?
Männer in feinen teuren Anzügen,
mit randlosen Brillen
und einem Blick,
der schon Recht hat,
bevor die kritische Frage gestellt wurde,
den Gewinn ihres Waffengeschäfts
lächelnd und zufrieden zählend...
Die kranke Rose
O Rose, du krankst!
Der tückische Wurm,
der fliegt in der Nacht,
im heulenden Sturm,
fand aus dein Bett
voll rosiger Lust,
seine düstere Liebe
zernagt dir die Brust
Gedicht von William Blake
Aus: Lieder der Unschuld und Erfahrung
Ach, Sonnenblume!
Ach, Sonnenblume! du bist es müd'
zu bemessen der Sonne Hast,
suchend das glückliche Land im Süd,
wo der Reisende findet Rast:
Wo der Jüngling, der hinschwand in Schmachten,
und die Jungfrau, das Herz vereist,
aus den Gräbern erstehn und trachten,
wohin meine Sonnenblume weist.
Kirschblüte bei der Nacht
Ich sahe mit betrachtendem Gemüte
Jüngst einen Kirschbaum, welcher blühte,
In kühler Nacht beim Mondenschein;
Ich glaubt', es könne nichts von größrer Weiße sein.
Es schien, ob wär ein Schnee gefallen.
Ein jeder, auch der kleinste Ast
Trug gleichsam eine rechte Last
Von zierlich-weißen runden Ballen.
Es ist kein Schwan so weiß, da nämlich jedes Blatt,
Indem daselbst des Mondes sanftes Licht
Selbst durch die zarten Blätter bricht,
Sogar den Schatten weiß und sonder Schwärze hat.
Unmöglich, dacht ich, kann auf Erden
Was Weißers aufgefunden werden.
Indem ich nun bald hin, bald her
Im Schatten dieses Baumes gehe,
Sah ich von ungefähr
Durch alle Blumen in die Höhe
Und ward noch einen weißern Schein,
Der tausendmal so weiß, der tausendmal so klar,
Fast halb darob erstaunt, gewahr.
Der Blüte Schnee schien schwarz zu sein
Bei diesem weißen Glanz. Es fiel mir ins Gesicht
Von einem hellen Stern ein weißes Licht,
Das mir recht in die Seele strahlte.
Wie sehr ich mich an Gott im Irdischen ergetze,
Dacht ich, hat Er dennoch weit größre Schätze.
Die größte Schönheit dieser Erden
Kann mit der himmlischen doch nicht verglichen werden.
Johann Wolfgang von Goethe