Weihnachts Gedichte
Gedichte für Weihnachten,Weihnachtsfeier, den Nikolaus,Knecht Ruprecht und alles was an Weihnachten wichtig ist, aber auch nachdenkliches.... und alles was dieses Thema reimmässig behandelt.Auch Satire befindet sich darunter :-) vom klassischen Gedicht bis zum zeitgemässen...
AM FESTE DER HEILIGEN DREI KÖNIGE
Durch die Nacht drei Wandrer ziehn,
Um die Stirnen Purpurbinden,
Tiefgebräunt von heißen Winden
Und der langen Reise Mühn.
Durch der Palmen säuselnd Grün
Folgt der Diener Schar von weiten;
Von der Dromedare Seiten
Goldene Kleinode glühn,
Wie sie klirrend vorwärts schreiten,
Süße Wohlgerüche fliehn.
Finsternis hüllt schwarz und dicht,
Was die Gegend mag enthalten;
Riesig drohen die Gestalten:
Wandrer fürchtet ihr euch nicht?
Doch ob tausend Schleier flicht
Los' und leicht die Wolkenaue:
Siegreich durch das zarte Graue
Sich ein funkelnd Sternlein bricht.
Langsam wallt es durch das Blaue,
Und der Zug folgt seinem Licht.
Horch, die Diener flüstern leis:
"Will noch nicht die Stadt erscheinen
Mit den Tempeln und den Hainen,
Sie, der schweren Mühe Preis?
Ob die Wüste brannte heiß,
Ob die Nattern uns umschlangen,
Uns die Tiger nachgegangen,
Ob der Glutwind dörrt' den Schweiß:
Augen an den Gaben hangen
Für den König stark und weiß."
Sonder Sorge, sonder Acht,
Wie drei stille Monde ziehen
Um des Sonnensternes Glühen,
Ziehn die Dreie durch die Nacht.
Wenn die Staublawine kracht,
Wenn mit grausig schönen Flecken
Sich der Wüste Blumen strecken,
Schaun sie still auf jene Macht,
Die sie sicher wird bedecken,
Die den Stern hat angefacht.
O ihr hohen heil'gen Drei!
In der Finsternis geboren
Hat euch kaum ein Strahl erkoren,
Und ihr folgt so fromm und treu!
Und du meine Seele, frei
Schwelgend in der Gnade Wogen,
Mit Gewalt ans Licht gezogen,
Suchst die Finsternis aufs neu!
O wie hast du dich betrogen;
Tränen blieben dir und Reu'!
Dennoch, Seele, fasse Mut!
Magst du nimmer gleich ergründen,
Wie du kannst Vergebung finden:
Gott ist über alles gut!
Hast du in der Reue Flut
Dich gerettet aus der Menge,
Ob sie dir das Mark versenge
Siedend in geheimer Glut,
Läßt dich nimmer dem Gedränge
Der dich warb mit seinem Blut.
Einen Strahl bin ich nicht wert,
Nicht den kleinsten Schein von oben.
Herr, ich will dich freudig loben,
Was dein Wille mir beschert!
Sei es Gram, der mich verzehrt,
Soll mein Liebstes ich verlieren,
Soll ich keine Tröstung spüren,
Sei mir kein Gebet erhört:
Kann es nur zu dir mich führen,
Dann willkommen Flamm' und Schwert!
Annette von Droste - Hülshoff
(1797-1848)
Am Neujahrstage
Das Auge sinkt, die Sinne wollen scheiden:
"Fahr wohl, du altes Jahr, mit Freud und Leiden!
Der Himmel schenkt ein neues, wenn er will."
So neigt der Mensch sein Haupt an Gottes Güte,
Die alte fällt, es keimt die neue Blüte
Aus Eis und Schnee, die Pflanze Gottes, still.
Die Nacht entflieht, der Schlaf den Augenlidern:
"Willkommen junger Tag mit deinen Brüdern!
Wo bist du denn, du liebes neues Jahr?"
Da steht es in des Morgenlichtes Prangen,
Es hat die ganze Erde rings umfangen,
Und schaut ihm in die Augen ernst und klar.
"Gegrüßt du Menschenherz mit deinen Schwächen,
Du Herz voll Kraft und Reue und Gebrechen,
Ich bringe neue Prüfungszeit vom Herrn!" -
"Gegrüßt du neues Jahr mit deinen Freuden,
Das Leben ist so süß, und wären's Leiden,
Ach, alles nimmt man mit dem Leben gern!"
"O Menschenherz, wie ist dein Haus zerfallen!
Wie magst du doch, du Erbe jener Hallen,
Wie magst du wohnen in so wüstem Graus!«
"O neues Jahr, ich bin ja nie daheime!
Ein Wandersmann durchzieh' ich ferne Räume,
Es heißt wohl so, es ist doch nicht mein Haus."
"O Menschenherz, was hast du denn zu treiben,
Daß du nicht kannst in deiner Heimat bleiben
Und halten sie bereit für deinen Herrn?"
"O neues Jahr, du mußt noch viel erfahren;
Kennst du nicht Krieg und Seuchen und Gefahren?
Und meine liebsten Sorgen wohnen fern."
"O Menschenherz, kannst du denn alles zwingen?
Muß dir der Himmel Tau und Regen bringen?
Und öffnet sich die Erde deinem Wort?" -
"Ach nein! ich kann nur sehn und mich betrüben,
Es ist noch leider nach wie vor geblieben
Und geht die angewies'nen Wege fort."
"O tückisch Herz, du willst es nur nicht sagen,
Die Welt hat ihre Zelte aufgeschlagen,
Drin labt sie dich mit ihrem Taumelwein."
"Der bittre Becher mag mich nicht erfreuen,
Sein Schaum heißt Sünde und sein Trank Gereuen,
Zudem läßt mich die Sorge nie allein."
"Hör' an, o Herz, ich will es dir verkünden,
Willst du den Pfeil in seinem Fluge binden?
Du siehst sein Ziel nicht, hat er darum keins?" -
"Ich weiß es wohl, uns ist ein Tag bereitet,
Da wird es klar, wie alles wohl geleitet,
Und all die tausend Ziele dennoch eins."
O Herz, du bist von Torheit ganz befangen!
Dies alles weißt du, und dir kann noch bangen!
O böser Diener, treulos aller Pflicht!
Ein jeglich Ding füllt seinen Platz mit Ehren,
Geht seinen Weg und läßt sich nimmer stören,
Dein Gleichnis gibt es auf der Erde nicht!
Du hast den Frieden freventlich vertrieben!
Doch Gottes Gnad' ist grundlos wie sein Lieben,
O kehre heim in dein verödet Haus!
Kehr' heim in deine dunkle wüste Zelle,
Und wasche sie mit deinen Tränen helle
Und lüfte sie mit deinen Seufzern aus!
Und willst du treu die Blicke aufwärts wenden,
So wird der Herr sein heilig Bild dir senden,
Daß du es hegst in Glauben und Vertraun,
Dann darf ich einst an deinem Kranze winden,
Und sollte dich das neue Jahr noch finden,
So mög' es in ein Gotteshäuslein schaun!
Annette von Droste - Hülshoff
(1797-1848)
Annette von Droste - Hülshoff
Weiße Weihnachten
Die weiße Weihnacht, haben wir sie wieder?
Die Kinder singen lustige Winterlieder.
In den letzten Jahren konnte Schnee die Erde nicht bedecken,
wir mussten die Füße in Gummistiefel stecken.
Durch Pfützen stapfte man, im Matsch hing man fest
und das immer pünktlich zum Weihnachtsfest.
Die weiße Weihnacht wo war sie nur hin?
Nur als Kinder hatten wir sie noch im Sinn.
Dabei knackte manchmal im November der Frost schon so schön,
selbst Eis auf dem Wasser konnte man seh’n.
Da hoffte man jedes Jahr zur gleichen Zeit,
auf eine frostige, weiße Weihnachtszeit.
Unter dem duftenden leuchtenden Weihnachtsbaum
erzählte man den Kindern von früher, sie glaubten es kaum,
von Eisblumenfenstern, durch die die Schneekönigin schaut,
von meterhohen Schneemännern, von uns gebaut.
Man konnte den Schlitten über das Eis schieben,
wir haben uns gegenseitig mit Schnee abgerieben,
dann gab’s eine zünftige Schneeballschlacht
und abends hat Mutti dann Tee gemacht.
Da rochen aus dem Kachelofen die Bratäpfel lecker,
die Küche sah aus wie beim Zuckerbäcker,
die Schlittschuhe wurden noch an die Schuhe geschraubt,
aus der heißen Dämpfmaschine die heißen Kartoffeln geklaut.
Heute gibt’s für die Äpfel die Mikrowelle
und Kekse und Stollen aus dem Supermarkt auf die Schnelle.
Die Schlittschuhe gibt’s fertig im Stück,
wir haben heute wenigstens die weiße Weihnacht zurück.
Die Kinder hören von Märchen erzählenden Großmüttern,
um Mitternacht ging man Pferd und Kälbchen füttern.
Da leuchten die Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum,
geweckt ist wieder dieser alte Weihnachtstraum.
Die Familie ist eng zusammengerückt,
die Kinder hören zu ganz entzückt.
Es ist Weihnachten und die Herzen sind weit,
egal ob es draußen regnet oder schneit.
Knecht Ruprecht
Von drauß vom Walde komm' ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens ruhn;
Und morgen flieg' ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat." -
"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier;
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern." -
"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß vom Walde komm' ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find'!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?
Theodor Storm (1817-1888)
der Klassiker von Theodor Storm
Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen
Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!
Anna Ritter (1865-1921)
Klassiker von Anna Ritter
Alle Jahre wieder
Alle Jahre wieder,
kommt das Christuskind.
Auf die Erde nieder,
wo wir Menschen sind.
Kehrt mit seinem Segen,
ein in jedes Haus.
Geht auf allen Wegen,
mit uns ein und aus.
Steht auch mir zur Seite,
still und unerkannt,
dass es treu mich leite,
an der lieben Hand.
kennt wohl jeder?
Weinachten einst und jetzt
Als ich ein Kind noch gewesen
das ist schon lange her,
da war Weihnachten noch ein Erlebnis,
ein Märchen und noch vieles mehr.
Es gab nur kleine Geschenke,
denn wir waren nicht reich,
doch die bescheidenen Gaben,
kamen dem Paradiese gleich.
Da gab es Äpfel und Nüsse,
mitunter auch ein paar Schuh
und wenn die Kasse es erlaubte
ein kleines Püppchen noch dazu.
Wie war doch das Kinderherz selig
für all diese herrliche Pracht
und es war ein heimliches Raunen
um die Stille heilige Nacht.
Dann wurde ich größer und älter
und wünscht mir das und dies,
ich hörte auf ans Christkind zu glauben
und verlor dabei das Paradies.
Dann kam der Krieg mit all seinen Leiden,
mit Hunger und mit Not,
da wurden wir alle bescheiden
und dankbar für ein Stückchen Brot.
Wir alle wurden da Kleiner
und nur ein Wunsch hatte die Macht
wir wollten vereint sein mit unseren Lieben
in der stillen heiligen Nacht.
Doch der Wunsch erfüllte sich selten,
denn die Väter und Männer und Brüder,
lagen draußen und hielten Wacht
und wir waren einsam und weinten
in der stillen heiligen Nacht.
Als dann der Krieg war zu Ende
wuchs eine neue Jugend heran
und die hatten auch Ihre Wünsche
an den lieben Weihnachtsmann.
Nur waren die nicht klein und bescheiden,
denn der Wohlstand kam ins Land,
die Wünsche wurden größer und größer
und das Schenken nahm überhand.
Nun wird gewünscht und gegeben
und keiner fragt nach dem Wert,
denn vergessen sind Krieg und Armut
und die Stunden am einsamen Herd.
Aus dem schönsten der christlichen Feste
hat der Mensch einen Jahrmarkt gemacht,
er wünscht sich vom Besten das Beste
und vergisst dabei den Sinn der Heiligen Nacht.
nachdenkliches ....
Annette von Droste - Hülshoff
beste Wünsche von oben.
Der erste Stern
Am Himmel glänzt ganz hell und fern,
der allererste Abendstern.
Rings um ihn ist dunkle Nacht,
der Stern hält stolz die Abendwacht.
Er schaut zur Erde, auf jedes Tier,
blickt auf die Häuser, schaut auch zu dir.
Er schickt mit seinem Silberschein,
dir gute Wünsche ins Haus hinein.
Und naht die liebe Weihnachtszeit,
trägt er sein schönstes Silberkleid
und hält für dich am Himmelsbaum
bereit den schönsten Weihnachtstraum.
Steig auf den Silberschein zum Baum
und pflücke dir dort einen Traum.
Der Stern strahlt dir auf deiner Reise,
schließ die Augen und sei ganz leise.
früher und heute.nachdenkliches
Glückliche Weihnachtszeit
Wie strahlt der Baum im Lichterglanz,
als zeige er unseren Wohlstand ganz.
Es häufen sich Geschenke,
fast brechen Tisch und Bänke.
In früheren Zeiten gab’s das nicht,
zwar hungerten die Armen nicht,
doch brannten nur wenige Kerzen
zwischen Honigkuchenherzen.
Es hingen Äpfel an dem Baum,
für uns genügen die heut kaum;
man schwärmte für die Kartoffel
und schenkte sich höchstens Pantoffel.
Doch war man glücklicher als wir?
zeitgemäß... (Satire)
andere Weihnachten
Von drauss' vom Walde komm ich her,
ich muss euch sagen, es geht nicht mehr!
All überall auf den Tannenspitzen
sah ich Pestizide sitzen.
Die Luft war schlecht, voller Gestank,
ich musste husten, wurde krank.
Wo Knecht Ruprecht ist, das fragt ihr mich?
Bezahlen konnte ich ihn nich!
Gern hätt' geholfen er mir noch,
zu hoch war'n seine Kosten doch.
Ich bin zu Fuß wegen der Steuer
war der Schlitten mir zu teuer.
'Nen Penner traf ich da im Wald,
er hat gefroren, ihm war kalt.
'Nen Mantel hab ich ihm gebracht,
da hat er mich nur ausgelacht.
Er wollte lieber Alkohol,
ich ließ ihn liegen - wird erfrieren wohl.
Ich sah ein großes Waisenheim,
drin hörte ich die Kindlein schrei'n.
Es stritt sich eine ganze Gruppe
um eine kleine Spielzeugpuppe.
Ich war entsetzt, konnt' es nicht fassen,
drum hab' mein Sack ich dort gelassen.
Ich wollt ihnen 'ne Freude machen,
mit all den tollen Spielzeugsachen.
Das gab mir dieses Jahr den Rest,
ich wünsch euch noch ein frohes Fest.
Und eines lernte ich daraus,
das nächste Jahr bleib ich zu Haus!
von privat...
Hoffnungsvolle Weihnachtszeit
Wieder ist ein Jahr vergangen,
wieder ist es fast so weit,
wünschen, hoffen und erwartungsvolles bangen,
ach du schöne Weihnachtszeit.
Viermal zünden wir noch eine Kerze an,
dann endlich ist er da, der Weihnachtsmann.
Plötzlich strahlen aus den Fenstern helle Lichter
und das große Fest rückt immer dichter.
Die ersten Plätzchen können wir probieren,
und nach den ersten Geschenken spionieren.
Dreimal zünden wir noch eine Kerze an,
dann endlich ist er da, der Weihnachtsmann.
Doch vor dem Fest hat sich noch ein anderer Besucher angesagt,
für den sich jedes Kind gern mit dem Schuhputzen plagt.
Auf dem Dachboden, in Schränken und Truhen,
überall suchen die Kleinen nach den größten Schuhen.
Die großen Gummistiefel von Papa müssen her
oder bringen die Winterstiefel von Mutti doch mehr?
Auf welches Paar die Wahl auch fällt,
am Abend gibt es nur eines das zählt:
Die Schuhe müssen sauber sein,
denn nur dann tut der Nikolaus etwas hinein.
So kündigt der Gabenbringer es uns an,
nur noch ein paar Mal schlafen, dann kommt der Weihnachtsmann.
Auf den Weihnachtsmärkten reges Treiben
und weihnachtliche Dekoration hinter den Schaufensterscheiben.
Die Wunschliste wächst rasant,
denn das Schreiben geht leicht von der Hand.
Zum Schluss noch an den Weihnachtsmann ein liebes Wort,
dann tritt sie an ihre Reise nach Himmelpfort.
Zweimal zünden wir noch eine Kerze an,
dann endlich ist er da, der Weihnachtsmann.
Jeden Morgen öffnen wir eine der Kalendertüren
und der Weihnachtsmann fängt langsam an seine Stiefel zu schnüren.
Überall sieht man die Leute Geschenke kaufen
und wie Kinder mit strahlenden Augen durch die Spielwarenabteilung laufen.
Wie die Erwachsenen sich mit Glühwein erwärmen,
während die Kleinen vom gesehenen Spielzeug schwärmen.
Einmal zünden wir noch eine Kerze an,
dann endlich ist er da, der Weihnachtsmann.
Nun können wir den Heiligabend kaum noch erwarten,
vom Weihnachtsmarkt holt Vater den Gänsebraten.
Auch für einen Tannenbaum ist es nun an der Zeit
und langsam macht sich gespannte Vorfreude breit.
Wenn wir nun Abends durchs Schlüsselloch spähen,
können wir Mutter beim Einpacken der letzten Geschenke sehen.
Die letzte Kerze auf dem Adventskranz zünden wir an,
bald ist er da, der Weihnachtsmann.
Und im ganzen Lande hört man Glocken klingen,
hört wie in allen Sprachen die Menschen frohe Weihnachtslieder singen.
In den Kirchen und Stuben haben die Menschen zusammen gefunden
und feiern gemeinsam diese schönen Stunden.
Und der Schnee hüllt die Stadt in ein weißes Winterkleid,
unterm geschmückten Weihnachtsbaum liegen die Päckchen bereit.
Große und Kleine halten freudig den Atem an,
denn nun ist er endlich da, der Weihnachtsmann.
Doch nicht die Gaben sind das Geschenk dieser Nacht,
sondern die Botschaft, die Gottes Sohn uns vor so vielen Jahren gebracht.
Vergeben, auf einander zugehen und helfen und Frieden schließen
ein Ende von Hass, Gewalt, Terror und Blutvergießen.
Für diesen Wunsch leuchtet am Heiligabend der Stern von Bethlehem am Himmelszelt
und erhellt in dieser einen Nacht die ganze Welt.
Drum ist das Warten auf die schönen Weihnachtsstunden
auch immer mit der Hoffnung auf ein besseres Morgen verbunden.
S kloane Engerl
A ganz a kloans Engerl, des hat so sche bitt:
geh Christkindl nimm mi aufd Erd amol mit.
I mecht so gern sehgn, wia zua heiligen Zeit
sich ois aufs liabe Christkindl gfreit!
Und weil`s sunst so brav wor, so hot sa si anzogn,
und is mitn christkindl aufd Erd obegflogn.
Zerscht kummans in Woid, der wor volla Schnee,
do fütterns mitn Lebkuchn d`Haserln und Reh.
Gö des is sche, hots Christkindl gmant,
doch wia sa se umdraht, do hots Engerl gwant.
Jo wos host denn, mei Hascherl, host goa wos valurn?
Na, Christkindl, i hob ma mei Zecherl dafrurn!
Ja sapperment und huasten tuast a,
do fliagn ma glei aufe zum Himmelpapa.
Do legst di glei nieda und deckst di fest zua
und mochst deine Äugerl zua, bis morgn in der fruah.
An Wickel kriagst a und an recht hassen Tee
und a Pflasterl aufs Zecherl, dann tuats nimma weh.
No und so is dann gschegn, und scho üba d`Nocht
wors Engerl gonz gsund und hot wieda glocht.
Nur ans hätts so vü gern mögn,
a glänzates Christbamerl hätts so vü gern gsehn.
A wos, hots docht, zu wos lang studiern,
i werds nächstes Jahr glei no amol probiern ....
österreichische Mundart
das Wertvollste... Zeit!
Wünsche zur Weihnachtszeit
Wieder gekommen ist die Zeit der Lichter
mit ihrem hellen, frohen Schein.
Dränge doch in aller Menschen Herzen und Gesichter
vom Lichte, nur ein Schimmer ein.
Wenn Schnee und Eis bedecken Wald und Feld
und das Reh frierend an der Krippe weilt,
dann besinnt euch: Arbeit und Brot für alle hat die Welt!
Sorgt dafür, dass redlich wird geteilt!
Wenn festlich geschmückt erstrahlt der Weihnachtsbaum,
werden liebevoll Überraschungen beschert.
Bewahrt euch diesen Kindheitstraum,
denn er macht das Leben lebenswert.
Wenn die Weihnachtsglocken läuten in der heiligen Nacht,
lasst die Hoffnung Wahrheit werden,
beharrt nicht länger auf des Feuers Macht,
verkündet die Botschaft:
Endlich Frieden sei auf Erden!
der ursprüngliche Wunsch...
Allein mit Knecht Ruprecht
Gestern Abend es war so gegen Sieben,
Mutter war gerade beim Kaufmann drüben.
Da holtert's und poltert's die Treppe hinauf,
klopft an die Tür und reißt sie auf.
Knecht Ruprecht war's, er kam herein
und denkt euch ich war ganz allein.
Er murmelte etwas, wie: "Weihnachtslieder",
da sprang ich schnell vom Stuhle hernieder.
Ich sang ihm das Lied von der heiligen Nacht,
da hat er aber Augen gemacht.
Er schenkte mir Nüsse und Pfefferkuchen
und sprach, er wird mich mal wieder besuchen.
"Grüß' auch Mutter und Vater recht schön!"
und ich sagte fröhlich: "Auf Wiedersehen."
Ruprecht allein?
Ein gelungenes Weihnachtsfest
Jedes Jahr zur Weihnachtszeit
ist unser Papa rappelbreit
und weil´s viel Spaß macht, sind wir´s auch,
das ist schon lang Familienbrauch.
Und zwischendurch, als frommer Mann
tritt Paps mit uns den Kirchgang an.
Die anderen im Gotteshaus
sehn auch nicht gerade nüchtern aus...
Der arme Pfarrer schaut dem zu
der Anblick lässt ihm keine Ruh -
er sucht voll Gram im Messwein Trost
und sagt statt "Amen!" nur noch "Prost!"
Die Gläubigen nehm´n´s ohne Groll
an einem Tag so friedevoll,
weil´s erbaut und tief beseelt
wie er die Weihnachtspredigt hält:
"Vom Himmel hoch, der Engelschor
brüllt stinkevoll wie nie zuvor
In jenem Stall zu Betlehem
säuft Josef, ohne sich zu schäm´n
nach alt bekanntem Umgangston
auf seinen neu gebornen Sohn.
Die Kumpels aus dem Morgenland
die haben ihm den Schnaps gebrannt
und plästern was die Leber hält,
die Bibel hatt´s falsch dargestellt
Der Weihnachtsmann im Tannenwald
hat sich auch ein´n reingeknallt
und schläft den Rausch im Irrenhaus
in einer Gummizelle aus!"
Schnell tönt zum Schluss der Kirchenchor -
der Gottesmann hat noch was vor.
Die Schäflein werden schnell geweckt,
Kollekte hurtig eingesteckt
und die reicht heute unbestritten
aus, sich richtig zuzuschütten!
Die Sippe schwankt nach Haus zurück
und widmet sich privatem Glück
Der Leser dieses Stücks versteht
worin denn dieses Glück besteht...
[glucki, glucki]),
doch erst Geschenke ausgepackt
bevor man ganz zusammen sackt -
und alle lachen froh und frei -
´s ist Gott sei dank der Nachschub bei!
Ja, wenn erstrahlt der Weihnachtsbaum
und Mama kriecht auf Knien im Raum
der Junior - wer will´s ihm verübeln
Champagner säuft aus vollen Kübeln -
und Oma, die zum Frommsein mahnte
restlos, bis zur Oberkante
zugeknallt und abgefüllt
lauthals versaute Lieder brüllt
und nichts im Fass verkommen lässt -
dann haben wir ein WEIHNACHTSFEST!
Satire, Achtung... :-)
Nikolaus kommt in den Knast
Lieber guter Weihnachtsmann,
jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt.
Schon seit vielen hundert Jahren,
bist du nun durch das Land gefahren,
ohne Nummernschild und Licht.
Auch TÜV und ASU gab es nicht.
Dein Schlitten eignet sich nur schwer,
zur Teilnahme am Luftverkehr.
Es wird vor Gericht zu klären sein:
Besitzt du 'nen Pilotenschein?
Durch den Kamin ins Haus zu kommen,
ist rein rechtlich streng genommen
Hausfriedensbruch - Einbruch sogar.
Das gibt Gefängnis, das ist klar.
Und stiehlst du nicht bei den Besuchern,
von fremden Tellern Obst und Kuchen?
Das wird bestraft, das muss man ahnden.
Die Polizei lässt nach dir fahnden.
Es ist auch allgemein bekannt,
du kommst gar nicht aus diesem Land.
Wie man so hört, steht wohl dein Haus
am Nordpol, also sieht es aus,
als kämmst du nicht aus der EU.
Das kommt zur Klageschrift dazu!
Hier kommt das Deutsche Recht zum Tragen.
Ein jeder Richter wird sich fragen,
ob deine Arbeit rechtens ist,
weil du ohne Erlaubnis bist.
Der Engel, der dich stets begleitet,
ist minderjährig und bereitet
uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
Das Jugendamt will mit dir sprechen!
Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen.
Wir finden es gar nicht zum Lachen,
dass Kindern du mit Schläge drohst.
darüber ist mein Chef erbost.
Nötigung heißt das Vergehen
und wird bestraft, das wirst du sehen,
mit Freiheitsentzug von ein paar Jahren
aus ist's dann mit dem Schlittenfahren.
Das Handwerk ist dir bald gelegt,
es sei denn dieser Brief bewegt,
dich die Kanzlei reich zu beschenken,
dann wird mein Chef es überdenken.
Nochmal Satire....
Fröhliche Weihnacht
Fröhliche Weihnacht überall
tönt es durch die Luft mit frohem Schall!
Weihnachtslied, Weihnachtsbaum,
Weihnachtsduft in jedem Raum.
Fröhliche Weihnacht überall,
tönt es durch die Luft mit frohem Schall.
Darum stimmet alle ein in den Jubelton,
denn es kommt das Heil der Welt,
von des Vaters Thron.
Klassische Zeilen
Wünsche zum neuen Jahr
Servus, Spezi alter Freind,
ich wünsch zum neia Joahr,
daß alles Dir so gut ausgeht,
wie auf Deim Kupf die Hoar.
Im Lotto sollst an Sechser hom,
dei Auto sollns net klaua,
und jeder der Dich ärgern will,
den soll der Blitz derhaua.
Gsund und munter sollst a bleibn,
und alle Tooch Dich freia,
es soll richtig gut Dir geh,
des ganze Joahr lang heia.
Des alter Freind und Kupferstecher,
des alles wünsch ich Dir,
und wenn Du mir wos Guts tun willst,
dann wünsch isselbe mir.
fränkische Mundart... Satire :-)
Die G'schicht von unsrer Christbaumspitz
Es is fei wor und is ka Witz, die G´schicht
von unserer Christbaumspitz.
Des wor a scheene Spitz - jawohl-,
wor außen silbrig, inna hohl,
drum hot mei Frau g´sacht, guter Fritz,
gib Obacht auf die Christbaumspitz.
I hob do grod in Christbaum putzt
und häd mi werkli bald derhutzt
und wals prässiert hom tout drum ebn,
lang ich mit meiner Hend danebn.
Der Mensch macht manchmal sedda Schnitz
und drunten licht´s die Christbaumspitz.
Mei Frau die wor do nit zu Stell,
drum hob i denkt do handelst schnell.
Die hinterer Seit´n wor lediert,
die hob i g´scheit mit Leim o´gschmiert,
hob´s wieder nauf pappt auf ihrn Sitz,
glei hie an Baum, die Christbaumspitz.
Wer´s gwißt hätt, der hätt´s deitli g´segn,
doch i hob gor nix g´sacht deswegn.
Bloß bei der Bescherung, do wars dumm,
mir stenga um den Christaum rum
und wie mei Frau singt - einsam wacht -
do hot´s auf amol so komisch kracht.
I merk, wie ich ganz plötzli schwitz,
am Boden licht´s die Christbaumspitz.
Ich bloß mit der Axel zuckt und hob
an der Kravattn g´ruckt.
Hob g´sacht do dro is Schuld etz fei derbei
ner bloß dei hoche Singerei.
Die kräftigen Tön, die hom´s zerhaut,
warum pläkst a immer gor so laut,
du schnullst a viel zu viel Lakritz,
sichst, etz is hie die Christbaumspitz.
In Wirklichkeit is anders g´west.
Der Leim, der hot si langsam g´löst
und hot halt nemmer a so pappt,
drum hot die Spitz sich g´lockert g´habt -
und Schuld dro wor die Ofenhitz
und ich an dera Christbaumspitz.
nochmal fränkische Mundart...
This must be was bsondres sei
When the last Kalender-sheets
flattern through the Winter-streets
and Decemberwind is blowing,
then is everybody knowing,
that it is not allzuweit.
She does come, the Weihnachtszeit.
All the Menschen, Leute, people
flippen out of ihrem Stubel
run to Kaufhof, Aldi, Mess
make Konsum and business.
Kaufen this und jenes Dings
and the churchturmglocke rings!
Manche holen sich a Tännschen.
When this brennt, they cry : Attention!.
Rufen for the Feuerwehr;
Please come quick, and rescue her!
Goes the Tännschen off in Rauch
they are standing on the Schlauch.
In the kitchen of the house
mother makes the Christmasschmaus.
She is working, schufting, bakes,
hit is now her Yoghurtkeks.
And the Opa says as Tester;
"We are killed bis zu Silvester".
Then he fills the last Glas wine,
yes, this is the Christmastime.
Day by Day does so vergang,
and the holy night does come.
You can think, you can remember,
this is immer in December!
Then the childrenlein are coming
candle-wachs is abwärts running,
Bing of Crosby Christmas sings
while the Towerglocke rings
and the angels look so fine.
Well ! This is the Weihnachtstime.
Baby-eyes are big and rund
the family feels kerngesund,
when unter´m Baum is hocking -
then nothing can them shocking.
They are so happy, are so fine
this happens in the Christmastime.
The animals all in the house
the Hund, the Katze, the bird, the mouse,
are turning round the Weihnachtstree
enjoy the day as never nie,
weil they find Kittekat and Schappi
im Geschenkkarton von Papi.
The family begins to sing
and wieder does a Glöckchen ring.
Zum song vom grünen Tannenbaum
die Tränen rennen down and down -
bis the mother plötzlich flennt:
"Die Gans im Ofen ist verbrennt!"
Because her nose is very fine
wie jedes Jahr zur Christmastime.
So all can say the fest is nice,
but all of this hat seinen Preis.
The nervs are laying alle blank,
this is mir klar, by this Gestank
from the verbrennte Weihnachtsgans.
This must be was bsondres sein,
then all the people stimmen ein
and sing with me so loud and clear
MERRY X-MAS AND A HAPPY NEW YEAR!
deutsch englischer Kuddelmuddel :-)
Die Weihnachtsfahrt
Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen,
ich hab's überfahren, es war ein Versehen.
Ich hatte gerade die Äuglein zu,
ich träumte beim Fahren in himmlischer Ruh.
Das Christkind hat in dieser heiligen Nacht
Bekanntschaft mit meinem Kühler gemacht.
Später sah ich auch noch den Weihnachtsmann,
er feuerte grad' seine Renntiere an.
Ich überholte den langsamen Wicht,
doch sah ich den Gegenverkehr dabei nicht.
Ich wich noch aus, doch leider nicht Santa,
ein kurzes Rumsen und er klebte am Manta.
Am Ende sah ich auch den Nikolaus,
er stürmte gerade aus dem Freudenhaus.
Er kam ganz hektisch über die Kreuzung gelaufen,
wollt am Automaten neue Präser sich kaufen.
Mein Auto und mich hat er wohl nicht gesehen,
jedenfalls blieben von ihm nur die Stiefel stehen.
So ist die Moral von dem Gedicht,
Fahr zu schnell Dein Auto nicht.
Denn als ich zuhause war, da musste ich heulen,
mein schöner Wagen, der hatte drei Beulen,
vom Christkind, vom Niklas und vom Santa Claus,
ja, dieses Jahr fällt Weihnachten dann wohl aus!
nochmal Satire...
Ein Päckchen Zeit
Grüner Kranz mit roten Kerzen,
Lichterglanz in allen Herzen,
Weihnachtslieder, Plätzchenduft,
Zimt und Sterne in der Luft.
Garten trägt sein Winterkleid,
wer hat noch ein wenig Zeit?
Leute packen, basteln, laufen,
grübeln, suchen, rennen, laufen,
kochen, backen, braten, waschen,
rätseln, wispern, flüstern, naschen,
schreiben Briefe, Wünsche, Karten,
was sie auch von uns erwarten.
Doch wozu denn hetzen, eilen,
schöner ist es zu verweilen
und vor allem dran zu denken,
sich ein "Päckchen" Zeit zu schenken.